Ausflüge und Städte

Savudrija

Nördlich von Umag, auf einem weit ins Meer ragenden Teil Istriens befindet sich Savudrija. Der Legende nach entstand der Name durch den Sohn des deutschen Kaisers Barbarossa, Otto, der in der Seeschlacht bei Savudrija im Jahre 1177 gegen die vereinigte Flotte des Papstes Alexander III. versuchte sich in einer Zisterne zu verstecken – „Salvo re“ (= Rettung des Königs) wurde dadurch zum Toponym „Salvore“, beziehungsweise „Savudrija“. Savudrija hat sehr schöne Küstenabschnitte und angenehme Unterkünfte. Seit kurzem übt auch der 1818 erbaute Leuchtturm von Savudrija wieder eine ganz besondere Anziehungskraft auf Besucher aus.

Novigrad

Der städtische Kern von Novigrad befindet sich auf der kleinen Halbinsel, die noch im 18. Jahrhundert vom Festland getrennt war. Die Stadt war im Mittelalter von Mauern umgeben, die heute der schönen Promenade entlang der Küstenlinie folgen. Bereits im Jahre 1896 hatte Novigrad zwei Hotels und den ersten gedruckten Tourismusführer aus der Feder von Pietro Kandler der 1845 erschien. Heute ist Novigrad ein hübsches, quirliges Städtchen mit einem Hafen, der Dank seiner Lage zu einem der geschütztesten Yachthäfen an der Adria gehört. Sehenswert in Novigrad ist die Pfarrkirche Hl. Pelagius und Hl. Maximus, deren Geschichte bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht. Durch zahlreiche Umbauten und Renovierungen weist das Gebäude heute eher barocke Charakteristika auf. Ebenso einen Besuch wert sind die Kirche Hl. Agata, sowie der Palast Rigo.

Buje

Buje befindet sich auf einem Hügel an der Westküste, der bereits zur Zeit der Römer besiedelt war. Aufgrund seiner strategischen Lage wurde der Ort in der Geschichte auch „Wächter Istriens“ genannt. Der städtische Hauptplatz ist von venezianischen Palästen umgeben. Neben der barocken Pfarrkirche des Hl. Svetol liegt die Marienkirche aus dem 15. Jahrhundert an der Peripherie der Stadt. Die Legende besagt, dass die Kirche gerade deswegen an dieser ungewöhnlichen Stelle errichtet wurde, weil die gotische Statue der Mutter Gottes, die die Bewohner für die neue Kirche erwarben, über Nacht von der ersten gewählten Stelle verschwand und an der Stelle der späteren Kirche erschien. Heute ist das Städtchen Buje Besichtigungsziel für Touristen. Von Buje aus hat man einen herrlichen Weitblick über das ganze Land und die Gegend ist heute das bekannteste Weinanbaugebiet Istriens.

Motovun

Motovun ist eine sehr alte kleine Stadt, umgeben von gut erhaltenen mittelalterlichen Mauern, auf der Kuppe eines steilen Hügels (220 ü.M.) gelegen, der das Tal des Flusses Mirna dominiert. Sehenswert in Motovun sind die Pfarrkirche de Hl. Stefan aus dem 17. Jahrhundert,sowie der romanisch-gotische Glockenturm mit Zackenkrone aus dem 13. Jahrhundert. Am Hauptplatz befindet sich der Renaissance-Kommunalpalast, das grösste profane Gebäude in Istrien aus dieser Zeit. Unter ebendiesem Platz befanden sich auch die städtischen Zisternen, deren steinerne Aufsätze aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen. Auf dem älteren Brunnen, vor dem Hotel Kastel befindet sich das älteste Stadtwappen des Ortes, sowie eine Darstellung des venezianischen Löwen aus dem Jahr 1222/1223, der zweitälteste Löwe im Gebiet der ehemaligen Republik Venedig. Unter dem unteren städtischen Tor ist ein Lapidarium eingerichtet und im Stadtpalast befindet sich eine Malergalerie. Das Hotel Kastel ist im ehemaligen Palast der Familie Polesini untergebracht und ist Gastgeber für zahlreiche Veranstaltungen in Motovun. Um Motovun herum liegen Weingärten, aus denen die bekannten istrischen Weine Teran und Malvasier stammen, während der Motovuner Wald, der sich kilometerweit durch das Mirnatal erstreckt die Heimat der istrischen Trüffel (Tuber Magnatum) ist, die man dort, mit ein wenig Glück auch noch halbwegs preiswert erwerben kann. Wunderbare Trüffelgerichte werden überall in den Gasthäusern der Gegend angeboten. In Motovun finden von Frühling bis Herbst eine ganze Reihe Veranstaltungen statt: Die Internationale Sommerschule für Architektur, die Internationale Sommerschule für Gesundheit, die meistbesuchteste Veranstaltung seit 1999 ist zweifelsohne das Motovun-Film-Festival jeweils Ende Juli/Anfang August. Während der fünf Tage des Festivals werden mehr als 60 Filme an fünf verschiedenen Plätzen gezeigt. Berühmte Söhne Motovuns sind: Der Renaissancekomponist Andrea Antico (1470-1540), der Erfinder der Schiffsschraube Josef Ressel (1793-1857), sowie Mario Andretti (geb. 1940), Rennfahrer und Formel I. Weltmeister (1978). Von Motovun aus hat man einen herrlichen Rundblick auf das Grüne Istrien bis hin zum Meer und an besonders klaren Tagen – so sagt man – vom Glockenturm aus auch bis nach Venedig.

Hum

Hum trägt mit heute noch ungefähr 17 Bewohnern den skurrilen Titel „Kleinste Stadt der Welt“. Die Legende besagt, dass Riesen, die, als sie mit dem Bau der grösseren Städte des Mirnatals fertig waren, mit den übriggebliebenen Steinen am Ende noch das kleine Hum errichteten. Innerhalb der gut erhaltenen Stadtmauern gibt es zwei kleinere Strassen, eine 1802 errichtete Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, sowie die romanische Kirche des Hl. Hieronimus aus dem 12. Jahrhundert, ausgemalt mit Fresken unter byzantinischem Einfluss und mit reichlich glagolitischen Inschriften des Meisters Anton aus Padua versehen. In Hum wurde bis heute der Brauch der „Wahl des Gespanns für ein Jahr“ bewahrt, was einer altertümlichen Wahl des Bürgermeisters gleicht, abgehalten in der Stadtloggia und gültig durch das einritzen der Stimmen auf dem Kerbholz – auch heute noch! Wer Hum einen Besuch abstattet, sollte unbedingt eine Rast in der Humska Konoba mit einplanen – hier serviert man einfache istrische Landkost, Selbstgekeltertes und einen Mistelschnaps – Biska genannt – der angeblich hundertjähriges Leben verleihen soll.

Groznjan

Groznjan ist ein typisches istrisches Städtchen hoch oben am rechten Ufer des Flusses Mirna gelegen. Neben den Resten der alten Mauern und des Turmes befinden sich das Stadttor, sowie die Renaissance-Loggia aus dem Jahr 1587. Die barocke Pfarrkirche ist dem Hl. Vitus und Modestus geweiht. Die Kapelle der Hl. Cusma und Damian aus dem Jahr 1554 wurde während der Restaurierung von 1989 von dem kroatischen Maler Ivan Lovrencic ausgemalt. Vor zirka 40 Jahren wurde mit der Revitalisierung des fast verlassenen Groznjan und seine Verwandlung in die „Stadt der Künstler“ begonnen, so dass heute in diesem Städtchen das Internationale Zentrum der Kroatischen Musikjugend zuhause ist. Zahlreiche Galerien und Ateliers haben eröffnet und vor einigen Jahren wurde die Internationale Sommerschule initiiert. Am Fuße von Groznjan befindet sich der ehemalige Hafen Bastia – bis zu dieser Stelle war die Mirna einst schiffbar. Heute befindet sich dort nurmehr die kleine Kirche der Muttergottes aus dem 15. Jahrhundert.

Pazin

Pazin ist die Verwaltungshauptstadt Istriens. Das Kastell in Pazin (vormals Mitterburg) ist die schönste und am besten erhaltene mittelalterliche Befestigung der Region, in der sich das Etnographische Museum Istriens, sowie das Museum der Stadt Pazin befinden. Das Erdgeschoss des Gebäudes beherbergt eine Glockensammlung aus istrischen Kirchen vom 14. bis 20. Jahrhundert. Die ethnografische Sammlung zeigt Gebrauchsgegenstände, Kleider und Musikinstrumente, während die archäologische Sammlung den Zeitraum zwischen der Frühgeschichte bis hin zum späten Mittelalter darstellt. Die Festung von Pazin inspirierte einst auch schon Jules Vernes (1828-1905) zu seinem Helden Mathias Sandorf aus dem gleichnamigen Roman, der in der Festung gefangen gehalten wurde und durch die geheimnisvolle Paziner Schlucht in die Unterwelt entfliehen konnte. Die Schlucht von Pazin vereint zwei besondere Naturerscheinungen in einem: Die Schlucht selbst, die aus einer unterirdischen Galerie und einem See besteht, sowie den 500 Meter langen und 100 Meter tiefen Canyon. Bis heute ist Wissenschaftlern unklar wohin der Fluss so plötzlich verschwindet und an welcher Stelle er wieder zu Tage tritt.

Porec

Porec ist als Ort, auch an internationalen Maßstäben gemessen, ein besonderes kulturhistorisches Juwel. Das städtische Grundmuster wurde bereits 50 v. Chr. von den Römern festgelegt. Die Spuren eben dieser Römer sind auch heute noch an allen Ecken zu sehen. Das alte Steinpflaster der Decumanus-Strasse, Reste des Mars- und Neptun-Tempels, das Romanische-Haus und vieles mehr. Besonders sehenswert ist der Komplex der Euphrasius-Basilika, dem wertvollsten Denkmal von Porec, errichtet im 6. Jahrhundert und heute eingetragen in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Komplex, bestehend aus Baptisterium und Bischofspalast sind einzigartige Beispiele byzantinischer Kunst. Porec ist lebhaft, vielseitig, hat eine wunderbare Hafenpromenade und ist unbedingt einen Besuch wert.

Vrsar

Dass Vrsar ein besonders angenehmes Klima hat, wussten bereits die Bischöfe aus Porec, die im Mittelalter ihre Sommer lieber in ihrer Residenz in Vrsar (Kastell) verbrachten als im Bischofspalast im nahegelegenen Porec. An Vrsar im allgemeinen und an dessen Frauen im besonderen, erinnert sich in seinen Memoiren auch der berühmte venezianische Liebhaber Giacomo Cassanova. In Vrsar lässt es sich herrlich die Zeit vertrödeln – am Hafen in den zahlreichen Cafés und Restaurants oder in den steilen und malerischen Gassen. Die Reinheit des Meeres von Vrsar bestätigen auch einige Blaue Fahnen der Europäischen Stiftung für ökologische Erziehung und Ausbildung (FEEE). Besonders sehenswert sind das sogenannte Kastel, das städtische Haupttor, die Kirche der Hl. Maria vom Meer, die Sommer-Bildhauer-Schule Montraker, sowie der Skulpturenpark von Dusan Dzamonja.

Naturschutzgebiet Limfjord

Ein besonderes Meeresreservat ist der Limfjord mit seiner einzigartigen Unterwasserwelt. Der Limfjord ist ein Naturphänomen von grossem wissenschaftlichen Wert und aussergewöhnlicher Naturschönheit. Er ist geschütztes Naturdenkmal und beliebtes Ziel von Ausflüglern. Einst Drehort für Karl May-Verfilmungen, heute Anlaufpunkt für Liebhaber von Meeresfrüchten, wie den direkt im Fjord gezüchteten Austern. Das Ende des 12 Kilometer langen Limfjord erreicht man mit dem PKW, auf dem Seeweg ist dies nur bis zur Romualdo Grotte möglich.

Rovinj

Die vielleicht malerischste und wahrscheinlich am meisten dargestellte Stadt in Istrien ist Rovinj. Der urbane mittelalterliche Kern liegt dichtgedrängt auf der ehemaligen Insel (heute Halbinsel) auf deren Spitze die Kirche der Hl. Euphemia mit ihrem Glockenturm dominiert. Rovinj und seine waldbedeckten Buchten und Inseln stellen eine harmonische Verbindung von Stadt und Land dar. Die Anfänge des Tourismus gehen ins 19. Jahrhundert zurück. Am häufigsten wird das Jahr 1888 erwähnt, als in der nördlichen Vorstadt die Meeresheilstädte Maria-Theresia-Seehospitz eröffnet wurde, benannt nach der österreichischen Erzherzogin, die die Schutzherrschaft übernahm. Am Ende des vorigen Jahrhunderts hatte Rovinj ein Strandbad und vier Gasthöfe – das erste Hotel (Adriatico) wurde 1913 fertiggestellt. Rovinj bietet gute Restaurants, verschiedene Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung an Land und im Meer, sowie ein unvergleichliches Flair mit seinen engen Gassen, in denen das Leben pulsiert und aus denen Kunsthandwerk sowie sommerliche Malerausstellungen nicht mehr wegzudenken sind. Zwei Inseln, die Hl. Katharina und die Rote Insel, sind die Perlen des Archipels mit interessanter Vergangenheit und Architektur. Was man sehen sollte: Die Pfarrkirche der Hl. Euphemia, die Kapelle der Hl. Dreifaltigkeit, das Heimatmuseum und seine Galerie, das Vogelschutzgebiet nahebei, sowie Rovinjsko Selo, die grösste Siedlung im Rovinjer Hinterland, wo man in den Gasthäusern die sonst aus Rotwein bestehende „Istrische Suppe“ (dies ist keine Speise, sondern ein typisch istrisches Getränk, das ein bischen an kalten Glühwein mit geröstetem Brot erinnert – unbedingt probieren!), ausschliesslich mit Weisswein kredenzt. Rovinj ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.

Dvigrad

Die Ruinen von Dvigrad zeugen vom Verfall einer der einst wichtigsten istrischen Städte, von hier aus die Strasse kontrolliert wurde, die durch das Lim-Tal führt. Wegen häufiger Epedemien (Malaria, Pest…) wurde die Stadt verlassen, die letzten Bewohner gingen Mitte des 17. Jahrhunderts. Neben den Resten städtischer Mauern, Türmen, Palästen und anderer Gebäude, sind in Dvigrad die Ruinen der Kirche der Hl. Sophia aus dem 11. Jahrhundert am besten erhalten. Nach und nach finden Restaurierungsarbeiten statt und während eines Spaziergangs zwischen den alten Steinmauern kann man sich die einstigen Ritter, ihre Burgfräulein, Pferdeburschen und Knechte vorstellen. Die Ruinen Dvigrads waren auch für das Produktions-Team des bekannten Hongkonger Schauspielers Chackie Chan anziehend, der hier Szenen für seinen Film „Gottes Panzer“ drehte. In der Nähe von Dvigrad auf der Strasse bergab Richtung Limska Draga steht die kleine Kirche der Hl. Maria von Lakuc mit schönen Fresken eines der bekanntesten mittelalterlichen Maler Istriens, bekannt unter dem namen „Bunter Meister“.

Pula

Pula ist das grösste und bedeutendste Industrie-, Kultur-, Bildungs- und Verkehrszentrum Istriens. Bereits 1845 gab der Triestiner Historiker Pietro Kandler einen Tourismusführer heraus. Schon damals hatte Pula den Reisenden etwas zu bieten, besonders antike Tempel und den Triumphbogen der Sergier, sowie das gut erhaltene Amphitheater, das zu den sechs grössten der Welt zählt. Ende des 19. Jahrhunderts hatte Pula vier Hotels, 1904 bekam es eine elektrische Strassenbahn und 1909 kam das repräsentative Hotel Riviera dazu. Neben schönen Küstenabschnitten, Sportplätzen, guten Restaurants und wertvollen kulturhistorischen Denkmälern und Museen bietet Pula seinen Besuchern heutzutage auch zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten wie beispielsweise Theatervorstellungen, Konzerte und Filmfestivals. Sehr zu empfehlen sind die Sommerkonzerte, Opern- und Filmvorstellungen in der beeindruckenden Arena, dem römischen Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert. Besonders sehenswert in Pula sind: Der Augustus-Tempel, das Doppeltor, der Triumphbogen der Sergier, natürlich das Amphitheater, das Herkulestor, das kleine Römische Theater, die Kathedrale der Maria Himmelfahrt, die Franziskaner-Kirche mit Klosteranlage, das Venezianische Kastell, das Marinekasino, sowie die Markthalle. Das Programm „Auf Strassen und Plätzen“ bereichert ausserdem seit zwanzig Jahren das sommerliche „Open-Air“-Treiben im Stadtkern Pulas mit Konzerten, Theater und Unterhaltung. Weitere interessante Veranstaltungen sind: Das Pula-Film-Festival, PUF Internationales Theaterfestival, Istra-Etno-Jazz, Internationale Sommerschule der Harmonika, MKFM Internationales Theaterfestival der Jugend, sowie das Monte Paradiso-Festival ein Musikfestival mit Konzerten von Punk über Ska bis Reggae.

Brioni

Die Brioni-Inseln zählen wegen des günstigen Klimas, des fischreichen Gewässers, der üppigen Flora und Fauna sowie des kulturhistorischen Erbes zu einem der schönsten Archipele des Mittelmeeres. Mit seinen zwölf Inseln umfasst Brioni eine Gesamtfläche von 746 Hektar. Die Schönheit der Inseln zog schon römische Patrizier an, die in den grünen Buchten luxuriöse villae rusticae erbauen liesen. Für ihre touristrische Aufwertung erwarb sich der Wiener Industrielle P. Kupelwieser den grössten Verdienst, der die Inseln kaufte, um sie in ein exklusives touristisches Zentrum zu verwandeln. Von dieser Absicht konnten ihn nicht einmal die Malariamücken abhalten, die es damals mehr als zahlreich auf den Inseln gab. Als Kupelwieser die Malaria überlebte, rief er den bekannten Bakteriologen Robert Koch zu Hilfe, der die Brioni-Inseln mit hohen finanziellen Aufwand sanierte. Viel Geld wurde auch in die kommunale und gestalterische Einrichtung investiert. Es wurden archäologische Funde präsentiert, Hotelsiedlungen mit hohen Standards erbaut, Sportplätze, Spazierwege sowie ein Schwimmbad mit beheiztem Meerwasser errichtet. In die neu angelegten botanischen Gärten wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Tiere aus aller Welt gebracht, so dass 1912 sogar ein Tiergarten errichtet werden konnte. Die früher malariaverseuchten Inseln wurden zu einer der gesündesten klimatischen Meeresheilstädten in Europa. Der Erste Weltkrieg und der Zusammenbruch der österreich-ungarischen Monarchie spiegelte sich auch wesentlich im Tourismus von Brioni wider. Zwischen den beiden Weltkriegen war das Inselgebiet nicht mehr mondäner Treffpunkt der Elite, sondern zu einem der grössten Sportzentren Europas für Polo, Golf und Tennis geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wählte der damalige jugoslawische Präsident Tito Brioni zu seiner Sommerresidenz und die Inseln waren nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahre 1983 wurde der Archipel zum Nationalpark erklärt. Heutzutage empfängt Brioni wieder die Welt.

Rabac

Die schöne Kiesbucht, das grüne Umland und das angenehme Klima ziehen seit Mitte des 19. Jahrhunderts Ausflügler an. Rabac, einst verschlafenes Fischerdorf ist heute quirliges Hafenstädtchen mit allen touristischen Möglichkeiten, kristallklarem Wasser, Sport und Unterhaltung, jedoch auch gut geeignet um die wunderbare Umgebung zu erkunden – von der benachbarten Altstadt Labins und dem malerischen Plomin bis zu den mittelalterlichen Orten im Inneren Istriens (Pican, Gracisce, Paz, Boljun) oder den Wanderwegen im unweit gelegenen Nationalpark Ucka.

Nationalpark Ucka

Im Hinterland von Lovran erstreckt sich die Gebirgswelt des Naturparks Ucka. Der Naturpark erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 146 Quadratkilometern und die höchste Stelle ist mit 1396 Metern ü.d.M. der Gipfel des Vojak. Er ist reich an interessanter und seltener Flora und Fauna. Besonders heben sich die über hundertjährigen Edelkastanien- und Maroniwälder hervor. Der Nationalpark Ucka ist ein herrliches Gebiet der Ruhe und Erholung mit wunderbaren Wander- und Mountain-Bike-Wegen.

Lovran

Lovran wird schon im 7. Jahrhundert unter dem Namen „Lauriana“ erwähnt. Schon im Mittelalter war Lovran als Stadt der Seefahrer, Fischer und Händler bekannt. Das angenehme Klima, die blühende Mitelmeervegetation und die günstige geographische Lage begünstigten im frühen 20. Jahrhundert eine starke touristische Entwicklung, an der vor allem die österreichische Hautevolee grossen Anteil hatte. Lovran zählt seit dieser Zeit neben Opatija zum wichtigsten Ort der berühmten Riviera an der istrischen Ostküste, der Kvarner-Bucht. Seinen Namen erhielt Lovran nach dem Lorbeer (kroatisch: Lovor), der überall im Ort und in der Umgebung gedeiht. Der interessanteste Teil der Stadt ist der Altstadtkern, der von Stadtmauern umfasst war, von denen heute nur noch der Turm und das Stadttor „Stubica“ erhalten sind. Die Stadt verfügt über zwei städtische Strände, sowie mehrere Hotelstrände. An Lovran vorbei führt ein wunderbar romantischer Küsten- und Wanderweg, der zwölf Kilometer lange Lungomare. In Lovran und Umgebung befinden sich wunderschöne Jugendstilvillen, einstige Residenzen und kleine Palazzi, die seit einigen Jahren – Gott sei Dank – wieder restauriert und revitalisiert werden

Opatija

Opatija, die Stadt des Jugendstils, der Villen, Hotels und gepflegten Parkanlagen, verdankt ihr heutiges Aussehen einer Gruppe von Menschen, die Mitte des 19. Jahrhunderts in ihr eine Oase der Ruhe und Schönheit sahen. Der Patrizier I. Scarpa von Rijeka liess damals die Sommerresidenz, die Villa Angiolina errichten und lud angesehene Persönlichkeiten zur Erholung ein. Gleichzeitig begann auch der Bau von Parks – zahlreiche Setzlinge, die aus der ganze Welt stammten, fanden im heimischen Klima ausgezeichnete Bedingungen für ihr Wachstum. Unter den exotischen Pflanzen wurde auch die Camelia Japponica angesiedelt, die heute eines der Symbole von Opatija ist. Schon im Jahr 1884 wird das Hotel Quarnero (Kvarner), ein Jahr später auch das luxuriöse Kronprinzessin Stephanie (heute Imperial), benannt nach der österreichischen Thronfolgerin, eröffnet, womit Opatija’s Grundstein für exklusiven, hochwertigen Tourismus gelegt war. Im Jahr 1889 wurde es offizieller Kurort der österreichisch-ungarischen Monarchie. Es folgten Jahre ständiger Erweiterung, Errichtung von Parks und Bau des bekannten Lungomare, einer 12 Kilometer langen Küstenpromenade zwischen Volosko und Lovran, dann wurden Opatija und Lovran mit einer elektrischen Strassenbahn verbunden, es wurden Badeplätze geschaffen und Rettungs- und Feuerwehrvereine gegründet… Mit einem Wort, Opatija wurde zu einem der bestausgestatteten und meistbesuchten Ferien- und Kurorte Europas. Der Erste Weltkrieg und der spätere Anschluss Istriens und Rijekas an das Königreich Italien stoppten diese Entwicklung. Eine kleine Wiederbelebung erfolgte erst Mitte der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der Eröffnung des Institutes für Meerwassertherapie. Mit dem Bau des Hotels Admiral und dem Yachthafen Icici in den 80er Jahren bereicherte sich das Qualitätsangebot Opatijas um eine weitere interessante Komponente für Nautiker. Der Yachthafen verfügt über 300 Anlegestellen im Wasser und 30 Anlegestellen für die Unterbringung der Wasserfahrzeuge an Land, alle sind mit Wasser- und Stromanschlüssen ausgestattet.