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Savudrija
Nördlich von Umag, auf einem weit ins Meer ragenden Teil Istriens
befindet sich Savudrija. Der Legende nach entstand der Name durch den
Sohn des deutschen Kaisers Barbarossa, Otto, der in der Seeschlacht bei
Savudrija im Jahre 1177 gegen die vereinigte Flotte des Pabstes
Alexander III. versuchte sich in einer Zisterne zu verstecken –
„Salvo re“ (= Rettung des Königs) wurde dadurch zum
Toponym „Salvore“, beziehungsweise „Savudrija“.
Savudrija hat sehr schöne Küstenabschnitte und angenehme
Unterkünfte. Seit kurzem übt auch der 1818 erbaute Leuchtturm
von Savudrija wieder eine ganz besondere Anziehungskraft auf Besucher
aus.
Novigrad
Der städtische Kern von Novigrad befindet sich auf der kleinen
Halbinsel, die noch im 18. Jahrhundert vom Festland getrennt war. Die
Stadt war im Mittelalter von Mauern umgeben, die heute der schönen
Promenade entlang der Küstenlinie folgen. Bereits im Jahre 1896
hatte Novigrad zwei Hotels und den ersten gedruckten
Tourismusführer aus der Feder von Pietro Kandler der 1845
erschien. Heute ist Novigrad ein hübsches, quirliges
Städtchen mit einem Hafen, der Dank seiner Lage zu einem der
geschütztesten Yachthäfen an der Adria gehört.
Sehenswert in Novigrad ist die Pfarrkirche Hl. Pelagius und Hl.
Maximus, deren Geschichte bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht.
Durch zahlreiche Umbauten und Renovierungen weist das Gebäude
heute eher barocke Charakteristika auf. Ebenso einen Besuch wert sind
die Kirche Hl. Agata, sowie der Palast Rigo.
Buje
Buje befindet sich auf einem Hügel an der Westküste, der
bereits zur Zeit der Römer besiedelt war. Aufgrund seiner
strategischen Lage wurde der Ort in der Geschichte auch
„Wächter Istriens“ genannt. Der städtische
Hauptplatz ist von venezianischen Palästen umgeben. Neben der
barocken Pfarrkirche des Hl. Svetol liegt die Marienkirche aus dem 15.
Jahrhundert an der Peripherie der Stadt. Die Legende besagt, dass die
Kirche gerade deswegen an dieser ungewöhnlichen Stelle errichtet
wurde, weil die gotische Statue der Mutter Gottes, die die Bewohner
für die neue Kirche erwarben, über Nacht von der ersten
gewählten Stelle verschwand und an der Stelle der späteren
Kirche erschien. Heute ist das Städtchen Buje Besichtigungsziel
für Touristen. Von Buje aus hat man einen herrlichen Weitblick
über das ganze Land und die Gegend ist heute das bekannteste
Weinanbaugebiet Istriens.
Motovun
Motovun ist eine sehr alte kleine Stadt, umgeben von gut erhaltenen
mittelalterlichen Mauern, auf der Kuppe eines steilen Hügels (220
ü.M.) gelegen, der das Tal des Flusses Mirna dominiert. Sehenswert
in Motovun sind die Pfarrkirche de Hl. Stefan aus dem 17.
Jahrhundert,sowie der romanisch-gotische Glockenturm mit Zackenkrone
aus dem 13. Jahrhundert. Am Hauptplatz befindet sich der
Renaissance-Kommunalpalast, das grösste profane Gebäude in
Istrien aus dieser Zeit. Unter ebendiesem Platz befanden sich auch die
städtischen Zisternen, deren steinerne Aufsätze aus dem 14.
und 15. Jahrhundert stammen. Auf dem älteren Brunnen, vor dem
Hotel Kastel befindet sich das älteste Stadtwappen des Ortes,
sowie eine Darstellung des venezianischen Löwen aus dem Jahr
1222/1223, der zweitälteste Löwe im Gebiet der ehemaligen
Republik Venedig. Unter dem unteren städtischen Tor ist ein
Lapidarium eingerichtet und im Stadtpalast befindet sich eine
Malergalerie. Das Hotel Kastel ist im ehemaligen Palast der Familie
Polesini untergebracht und ist Gastgeber für zahlreiche
Veranstaltungen in Motovun. Um Motovun herum liegen Weingärten,
aus denen die bekannten istrischen Weine Teran und Malvasier stammen,
während der Motovuner Wald, der sich kilometerweit durch das
Mirnatal erstreckt die Heimat der istrischen Trüffel (Tuber
Magnatum) ist, die man dort, mit ein wenig Glück auch noch
halbwegs preiswert erwerben kann. Wunderbare Trüffelgerichte
werden überall in den Gasthäusern der Gegend angeboten. In
Motovun finden von Frühling bis Herbst eine ganze Reihe
Veranstaltungen statt: Die Internationale Sommerschule für
Architektur, die Internationale Sommerschule für Gesundheit, die
meistbesuchteste Veranstaltung seit 1999 ist zweifelsohne das
Motovun-Film-Festival jeweils Ende Juli/Anfang August. Während der
fünf Tage des Festivals werden mehr als 60 Filme an fünf
verschiedenen Plätzen gezeigt. Berühmte Söhne Motovuns
sind: Der Renaissancekomponist Andrea Antico (1470-1540), der Erfinder
der Schiffsschraube Josef Ressel (1793-1857), sowie Mario Andretti
(geb. 1940), Rennfahrer und Formel I. Weltmeister (1978). Von Motovun
aus hat man einen herrlichen Rundblick auf das Grüne Istrien bis
hin zum Meer und an besonders klaren Tagen – so sagt man –
vom Glockenturm aus auch bis nach Venedig.
Hum
Hum trägt mit heute noch ungefähr 17 Bewohnern den skurrilen
Titel „Kleinste Stadt der Welt“. Die Legende besagt, dass
Riesen, die, als sie mit dem Bau der grösseren Städte des
Mirnatals fertig waren, mit den übriggebliebenen Steinen am Ende
noch das kleine Hum errichteten. Innerhalb der gut erhaltenen
Stadtmauern gibt es zwei kleinere Strassen, eine 1802 errichtete
Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, sowie die romanische Kirche des Hl.
Hieronimus aus dem 12. Jahrhundert, ausgemalt mit Fresken unter
byzantinischem Einfluss und mit reichlich glagolitischen Inschriften
des Meisters Anton aus Padua versehen. In Hum wurde bis heute der
Brauch der „Wahl des Gespanns für ein Jahr“ bewahrt,
was einer altertümlichen Wahl des Bürgermeisters gleicht,
abgehalten in der Stadtloggia und gültig durch das einritzen der
Stimmen auf dem Kerbholz – auch heute noch! Wer Hum einen Besuch
abstattet, sollte unbedingt eine Rast in der Humska Konoba mit
einplanen – hier serviert man einfache istrische Landkost,
Selbstgekeltertes und einen Mistelschnaps – Biska genannt –
der angeblich hundertjähriges Leben verleihen soll.
Groznjan
Groznjan ist ein typisches istrisches Städtchen hoch oben am
rechten Ufer des Flusses Mirna gelegen. Neben den Resten der alten
Mauern und des Turmes befinden sich das Stadttor, sowie die
Renaissance-Loggia aus dem Jahr 1587. Die barocke Pfarrkirche ist dem
Hl. Vitus und Modestus geweiht. Die Kapelle der Hl. Cusma und Damian
aus dem Jahr 1554 wurde während der Restaurierung von 1989 von dem
kroatischen Maler Ivan Lovrencic ausgemalt. Vor zirka 40 Jahren wurde
mit der Revitalisierung des fast verlassenen Groznjan und seine
Verwandlung in die „Stadt der Künstler“ begonnen, so
dass heute in diesem Städtchen das Internationale Zentrum der
Kroatischen Musikjugend zuhause ist. Zahlreiche Galerien und Ateliers
haben eröffnet und vor einigen Jahren wurde die Internationale
Sommerschule initiiert. Am Fuße von Groznjan befindet sich der
ehemalige Hafen Bastia – bis zu dieser Stelle war die Mirna einst
schiffbar. Heute befindet sich dort nurmehr die kleine Kirche der
Muttergottes aus dem 15. Jahrhundert.
Pazin
Pazin ist die Verwaltungshauptstadt Istriens. Das Kastell in Pazin
(vormals Mitterburg) ist die schönste und am besten erhaltene
mittelalterliche Befestigung der Region, in der sich das Etnographische
Museum Istriens, sowie das Museum der Stadt Pazin befinden. Das
Erdgeschoss des Gebäudes beherbergt eine Glockensammlung aus
istrischen Kirchen vom 14. bis 20. Jahrhundert. Die ethnografische
Sammlung zeigt Gebrauchsgegenstände, Kleider und Musikinstrumente,
während die archäologische Sammlung den Zeitraum zwischen der
Frühgeschichte bis hin zum späten Mittelalter darstellt. Die
Festung von Pazin inspirierte einst auch schon Jules Vernes (1828-1905)
zu seinem Helden Mathias Sandorf aus dem gleichnamigen Roman, der in
der Festung gefangen gehalten wurde und durch die geheimnisvolle
Paziner Schlucht in die Unterwelt entfliehen konnte. Die Schlucht von
Pazin vereint zwei besondere Naturerscheinungen in einem: Die Schlucht
selbst, die aus einer unterirdischen Galerie und einem See besteht,
sowie den 500 Meter langen und 100 Meter tiefen Canyon. Bis heute ist
Wissenschaftlern unklar wohin der Fluss so plötzlich verschwindet
und an welcher Stelle er wieder zu Tage tritt.
Porec
Porec ist als Ort, auch an internationalen Maßstäben
gemessen, ein besonderes kulturhistorisches Juwel. Das städtische
Grundmuster wurde bereits 50 v. Chr. von den Römern festgelegt.
Die Spuren eben dieser Römer sind auch heute noch an allen Ecken
zu sehen. Das alte Steinpflaster der Decumanus-Strasse, Reste des Mars-
und Neptun-Tempels, das Romanische-Haus und vieles mehr. Besonders
sehenswert ist der Komplex der Euphrasius-Basilika, dem wertvollsten
Denkmal von Porec, errichtet im 6. Jahrhundert und heute eingetragen in
die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Komplex, bestehend aus
Baptisterium und Bischofspalast sind einzigartige Beispiele
byzantinischer Kunst. Porec ist lebhaft, vielseitig, hat eine
wunderbare Hafenpromenade und ist unbedingt einen Besuch wert.
Vrsar
Dass Vrsar ein besonders angenehmes Klima hat, wussten bereits die
Bischöfe aus Porec, die im Mittelalter ihre Sommer lieber in ihrer
Residenz in Vrsar (Kastell) verbrachten als im Bischofspalast im
nahegelegenen Porec. An Vrsar im allgemeinen und an dessen Frauen im
besonderen, erinnert sich in seinen Memoiren auch der berühmte
venezianische Liebhaber Giacomo Cassanova. In Vrsar lässt es sich
herrlich die Zeit vertrödeln – am Hafen in den zahlreichen
Cafés und Restaurants oder in den steilen und malerischen
Gassen. Die Reinheit des Meeres von Vrsar bestätigen auch einige
Blaue Fahnen der Europäischen Stiftung für ökologische
Erziehung und Ausbildung (FEEE). Besonders sehenswert sind das
sogenannte Kastel, das städtische Haupttor, die Kirche der Hl.
Maria vom Meer, die Sommer-Bildhauer-Schule Montraker, sowie der
Skulpturenpark von Dusan Dzamonja.
Naturschutzgebiet Limfjord
Ein besonderes Meeresreservat ist der Limfjord mit seiner einzigartigen
Unterwasserwelt. Der Limfjord ist ein Naturphänomen von grossem
wissenschaftlichen Wert und aussergewöhnlicher
Naturschönheit. Er ist geschütztes Naturdenkmal und beliebtes
Ziel von Ausflüglern. Einst Drehort für Karl
May-Verfilmungen, heute Anlaufpunkt für Liebhaber von
Meeresfrüchten, wie den direkt im Fjord gezüchteten Austern.
Das Ende des 12 Kilometer langen Limfjord erreicht man mit dem PKW, auf
dem Seeweg ist dies nur bis zur Romualdo Grotte möglich.
Rovinj
Die vielleicht malerischste und wahrscheinlich am meisten dargestellte
Stadt in Istrien ist Rovinj. Der urbane mittelalterliche Kern liegt
dichtgedrängt auf der ehemaligen Insel (heute Halbinsel) auf deren
Spitze die Kirche der Hl. Euphemia mit ihrem Glockenturm dominiert.
Rovinj und seine waldbedeckten Buchten und Inseln stellen eine
harmonische Verbindung von Stadt und Land dar. Die Anfänge des
Tourismus gehen ins 19. Jahrhundert zurück. Am häufigsten
wird das Jahr 1888 erwähnt, als in der nördlichen Vorstadt
die Meeresheilstädte Maria-Theresia-Seehospitz eröffnet
wurde, benannt nach der österreichischen Erzherzogin, die die
Schutzherrschaft übernahm. Am Ende des vorigen Jahrhunderts hatte
Rovinj ein Strandbad und vier Gasthöfe - das erste Hotel
(Adriatico) wurde 1913 fertiggestellt. Rovinj bietet gute Restaurants,
verschiedene Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung an Land und im
Meer, sowie ein unvergleichliches Flair mit seinen engen Gassen, in
denen das Leben pulsiert und aus denen Kunsthandwerk sowie sommerliche
Malerausstellungen nicht mehr wegzudenken sind. Zwei Inseln, die Hl.
Katharina und die Rote Insel, sind die Perlen des Archipels mit
interessanter Vergangenheit und Architektur. Was man sehen sollte: Die
Pfarrkirche der Hl. Euphemia, die Kapelle der Hl. Dreifaltigkeit, das
Heimatmuseum und seine Galerie, das Vogelschutzgebiet nahebei, sowie
Rovinjsko Selo, die grösste Siedlung im Rovinjer Hinterland, wo
man in den Gasthäusern die sonst aus Rotwein bestehende
„Istrische Suppe“ (dies ist keine Speise, sondern ein
typisch istrisches Getränk, das ein bischen an kalten
Glühwein mit geröstetem Brot erinnert – unbedingt
probieren!), ausschliesslich mit Weisswein kredenzt. Rovinj ist zu
jeder Jahreszeit eine Reise wert.
Dvigrad
Die Ruinen von Dvigrad zeugen vom Verfall einer der einst wichtigsten
istrischen Städte, von hier aus die Strasse kontrolliert wurde,
die durch das Lim-Tal führt. Wegen häufiger Epedemien
(Malaria, Pest...) wurde die Stadt verlassen, die letzten Bewohner
gingen Mitte des 17. Jahrhunderts. Neben den Resten städtischer
Mauern, Türmen, Palästen und anderer Gebäude, sind in
Dvigrad die Ruinen der Kirche der Hl. Sophia aus dem 11. Jahrhundert am
besten erhalten. Nach und nach finden Restaurierungsarbeiten statt und
während eines Spaziergangs zwischen den alten Steinmauern kann man
sich die einstigen Ritter, ihre Burgfräulein, Pferdeburschen und
Knechte vorstellen. Die Ruinen Dvigrads waren auch für das
Produktions-Team des bekannten Hongkonger Schauspielers Chackie Chan
anziehend, der hier Szenen für seinen Film „Gottes
Panzer“ drehte. In der Nähe von Dvigrad auf der Strasse
bergab Richtung Limska Draga steht die kleine Kirche der Hl. Maria von
Lakuc mit schönen Fresken eines der bekanntesten mittelalterlichen
Maler Istriens, bekannt unter dem namen „Bunter Meister“.
Pula
Pula ist das grösste und bedeutendste Industrie-, Kultur-,
Bildungs- und Verkehrszentrum Istriens. Bereits 1845 gab der Triestiner
Historiker Pietro Kandler einen Tourismusführer heraus. Schon
damals hatte Pula den Reisenden etwas zu bieten, besonders antike
Tempel und den Triumphbogen der Sergier, sowie das gut erhaltene
Amphitheater, das zu den sechs grössten der Welt zählt. Ende
des 19. Jahrhunderts hatte Pula vier Hotels, 1904 bekam es eine
elektrische Strassenbahn und 1909 kam das repräsentative Hotel
Riviera dazu. Neben schönen Küstenabschnitten,
Sportplätzen, guten Restaurants und wertvollen kulturhistorischen
Denkmälern und Museen bietet Pula seinen Besuchern heutzutage auch
zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten wie beispielsweise
Theatervorstellungen, Konzerte und Filmfestivals. Sehr zu empfehlen
sind die Sommerkonzerte, Opern- und Filmvorstellungen in der
beeindruckenden Arena, dem römischen Amphitheater aus dem 1.
Jahrhundert. Besonders sehenswert in Pula sind: Der Augustus-Tempel,
das Doppeltor, der Triumphbogen der Sergier, natürlich das
Amphitheater, das Herkulestor, das kleine Römische Theater, die
Kathedrale der Maria Himmelfahrt, die Franziskaner-Kirche mit
Klosteranlage, das Venezianische Kastell, das Marinekasino, sowie die
Markthalle. Das Programm „Auf Strassen und Plätzen“
bereichert ausserdem seit zwanzig Jahren das sommerliche
„Open-Air“-Treiben im Stadtkern Pulas mit Konzerten,
Theater und Unterhaltung. Weitere interessante Veranstaltungen sind:
Das Pula-Film-Festival, PUF Internationales Theaterfestival,
Istra-Etno-Jazz, Internationale Sommerschule der Harmonika, MKFM
Internationales Theaterfestival der Jugend, sowie das Monte
Paradiso-Festival ein Musikfestival mit Konzerten von Punk über
Ska bis Reggae.
Brioni
Die Brioni-Inseln zählen wegen des günstigen Klimas, des
fischreichen Gewässers, der üppigen Flora und Fauna sowie des
kulturhistorischen Erbes zu einem der schönsten Archipele des
Mittelmeeres. Mit seinen zwölf Inseln umfasst Brioni eine
Gesamtfläche von 746 Hektar. Die Schönheit der Inseln zog
schon römische Patrizier an, die in den grünen Buchten
luxuriöse villae rusticae erbauen liesen. Für ihre
touristrische Aufwertung erwarb sich der Wiener Industrielle P.
Kupelwieser den grössten Verdienst, der die Inseln kaufte, um sie
in ein exklusives touristisches Zentrum zu verwandeln. Von dieser
Absicht konnten ihn nicht einmal die Malariamücken abhalten, die
es damals mehr als zahlreich auf den Inseln gab. Als Kupelwieser die
Malaria überlebte, rief er den bekannten Bakteriologen Robert Koch
zu Hilfe, der die Brioni-Inseln mit hohen finanziellen Aufwand
sanierte. Viel Geld wurde auch in die kommunale und gestalterische
Einrichtung investiert. Es wurden archäologische Funde
präsentiert, Hotelsiedlungen mit hohen Standards erbaut,
Sportplätze, Spazierwege sowie ein Schwimmbad mit beheiztem
Meerwasser errichtet. In die neu angelegten botanischen Gärten
wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Tiere aus aller Welt gebracht, so
dass 1912 sogar ein Tiergarten errichtet werden konnte. Die früher
malariaverseuchten Inseln wurden zu einer der gesündesten
klimatischen Meeresheilstädten in Europa. Der Erste Weltkrieg und
der Zusammenbruch der österreich-ungarischen Monarchie spiegelte
sich auch wesentlich im Tourismus von Brioni wider. Zwischen den beiden
Weltkriegen war das Inselgebiet nicht mehr mondäner Treffpunkt der
Elite, sondern zu einem der grössten Sportzentren Europas für
Polo, Golf und Tennis geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wählte
der damalige jugoslawische Präsident Tito Brioni zu seiner
Sommerresidenz und die Inseln waren nicht für die
Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahre 1983 wurde der Archipel
zum Nationalpark erklärt. Heutzutage empfängt Brioni wieder
die Welt.
Rabac
Die schöne Kiesbucht, das grüne Umland und das angenehme
Klima ziehen seit Mitte des 19. Jahrhunderts Ausflügler an. Rabac,
einst verschlafenes Fischerdorf ist heute quirliges Hafenstädtchen
mit allen touristischen Möglichkeiten, kristallklarem Wasser,
Sport und Unterhaltung, jedoch auch gut geeignet um die wunderbare
Umgebung zu erkunden – von der benachbarten Altstadt Labins und
dem malerischen Plomin bis zu den mittelalterlichen Orten im Inneren
Istriens (Pican, Gracisce, Paz, Boljun) oder den Wanderwegen im unweit
gelegenen Nationalpark Ucka.
Nationalpark Ucka
Im Hinterland von Lovran erstreckt sich die Gebirgswelt des Naturparks
Ucka. Der Naturpark erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 146
Quadratkilometern und die höchste Stelle ist mit 1396 Metern
ü.d.M. der Gipfel des Vojak. Er ist reich an interessanter und
seltener Flora und Fauna. Besonders heben sich die über
hundertjährigen Edelkastanien- und Maroniwälder hervor. Der
Nationalpark Ucka ist ein herrliches Gebiet der Ruhe und Erholung mit
wunderbaren Wander- und Mountain-Bike-Wegen.
Lovran
Lovran wird schon im 7. Jahrhundert unter dem Namen
„Lauriana“ erwähnt. Schon im Mittelalter war Lovran
als Stadt der Seefahrer, Fischer und Händler bekannt. Das
angenehme Klima, die blühende Mitelmeervegetation und die
günstige geographische Lage begünstigten im frühen 20.
Jahrhundert eine starke touristische Entwicklung, an der vor allem die
österreichische Hautevolee grossen Anteil hatte. Lovran zählt
seit dieser Zeit neben Opatija zum wichtigsten Ort der berühmten
Riviera an der istrischen Ostküste, der Kvarner-Bucht. Seinen
Namen erhielt Lovran nach dem Lorbeer (kroatisch: Lovor), der
überall im Ort und in der Umgebung gedeiht. Der interessanteste
Teil der Stadt ist der Altstadtkern, der von Stadtmauern umfasst war,
von denen heute nur noch der Turm und das Stadttor
„Stubica“ erhalten sind. Die Stadt verfügt über
zwei städtische Strände, sowie mehrere Hotelstrände. An
Lovran vorbei führt ein wunderbar romantischer Küsten- und
Wanderweg, der zwölf Kilometer lange Lungomare. In Lovran und
Umgebung befinden sich wunderschöne Jugendstilvillen, einstige
Residenzen und kleine Palazzi, die seit einigen Jahren - Gott sei Dank
- wieder restauriert und revitalisiert werden
Opatija
Opatija, die Stadt des Jugendstils, der Villen, Hotels und gepflegten
Parkanlagen, verdankt ihr heutiges Aussehen einer Gruppe von Menschen,
die Mitte des 19. Jahrhunderts in ihr eine Oase der Ruhe und
Schönheit sahen. Der Patrizier I. Scarpa von Rijeka liess damals
die Sommerresidenz, die Villa Angiolina errichten und lud angesehene
Persönlichkeiten zur Erholung ein. Gleichzeitig begann auch der
Bau von Parks – zahlreiche Setzlinge, die aus der ganze Welt
stammten, fanden im heimischen Klima ausgezeichnete Bedingungen
für ihr Wachstum. Unter den exotischen Pflanzen wurde auch die
Camelia Japponica angesiedelt, die heute eines der Symbole von Opatija
ist. Schon im Jahr 1884 wird das Hotel Quarnero (Kvarner), ein Jahr
später auch das luxuriöse Kronprinzessin Stephanie (heute
Imperial), benannt nach der österreichischen Thronfolgerin,
eröffnet, womit Opatija’s Grundstein für exklusiven,
hochwertigen Tourismus gelegt war. Im Jahr 1889 wurde es offizieller
Kurort der österreichisch-ungarischen Monarchie. Es folgten Jahre
ständiger Erweiterung, Errichtung von Parks und Bau des bekannten
Lungomare, einer 12 Kilometer langen Küstenpromenade zwischen
Volosko und Lovran, dann wurden Opatija und Lovran mit einer
elektrischen Strassenbahn verbunden, es wurden Badeplätze
geschaffen und Rettungs- und Feuerwehrvereine gegründet... Mit
einem Wort, Opatija wurde zu einem der bestausgestatteten und
meistbesuchten Ferien- und Kurorte Europas. Der Erste Weltkrieg und der
spätere Anschluss Istriens und Rijekas an das Königreich
Italien stoppten diese Entwicklung. Eine kleine Wiederbelebung erfolgte
erst Mitte der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der
Eröffnung des Institutes für Meerwassertherapie. Mit dem Bau
des Hotels Admiral und dem Yachthafen Icici in den 80er Jahren
bereicherte sich das Qualitätsangebot Opatijas um eine weitere
interessante Komponente für Nautiker. Der Yachthafen verfügt
über 300 Anlegestellen im Wasser und 30 Anlegestellen für die
Unterbringung der Wasserfahrzeuge an Land, alle sind mit Wasser- und
Stromanschlüssen ausgestattet.
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